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Lagersysteme im Vergleich

Industrielle Lagersysteme (flexible Silos) und Lagerraum mit Schrägboden (Bunker) für Holzpellets im Vergleich

Die Anforderungen an Pelletqualität und Lagersicherheit sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und werden durch Fertiglagersysteme besser gewährleistet als von Lagern im Eigenbau.

Da bei der Lagerung von Holzpellets viele verschiedene Faktoren Einfluss auf die Qualität der Holzpellets und die Sicherheit des Betreibers haben, rät der DEPV zu Pellet-Fertiglagern, die speziell für die Lagerung von Pellets angeboten werden.

Lagerraum mit Schrägboden (Bunkerlagerung)Industrielle Lagersysteme aus Polyestergewebe

Industrielle Lagersysteme
aus Polyestergewebe

Lagerraum mit Schrägboden
(Bunkerlagerung)

Standort

Lassen sich in Kellerräumen, aber auch in Garagen, unter Carports oder Geräteschuppen einbauen. Sogar eine Aufstellung im Dachboden ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Sacksilos können auch an schwer zugänglichen Orten aufgestellt werden.

Werden in vorhandenen Räumen untergebracht. Der Umbau eines alten Öltanks zum Pelletlager ist in Ausnahmefällen möglich, grundsätzlich ist davon abzuraten.

Statische Voraussetzungen

Da das Silo ein geringes Eigengewicht hat, sind keine aufwändigen Fundamente erforderlich.

Die Statik des Silos ist vom Hersteller geprüft.

Achten Sie darauf, dass die Umschließungswände sowie die Schrägen den statischen Anforderungen der hohen Gewichtsbelastungen durch die Pellets standhalten.

Da die Pellets mit Überdruck in den Lagerraum eingeblasen werden, kann der Aufprall zur Beschädigung des Mauerwerkes und der Pellets selbst führen. Unzureichend befestigte Wandteile können durch die Druckunterschiede verschoben werden.

Raumfeuchte

Normale kellerfeuchte Räume stellen für Fertiglagersysteme kein Problem dar, solange eine Hinterlüftung des Gewebes möglich ist. Da das Gewebe atmungsaktiv ist, entsteht kein Kondenswasser.

Das Pelletlager muss ganzjährig trocken bleiben.

Achten Sie besonders im Neubau auf ein bereits ausgetrocknetes Lager.

Bei Gefahr von feuchten Wänden (auch zeitweise) ist ein entsprechender Feuchteschutz herzustellen.

Planung

Wird bei A.B.S.-Silos vom Hersteller übernommen.

Statische Ausführung sowie die Staubdichtheit sind geprüft.

Da erhebliche Gewichte eingelagert werden, ist mit großer Sorgfalt und Sicherheitsbewusstsein vorzugehen. Im Einzelfall muss ein Statiker oder Architekt hinzugezogen werden.

Lieferumfang

Die Komplettsysteme beinhalten in der Regel neben dem eigentlichen Lagerbehälter auch die Befüllvorrichtung und bei einigen Systemen auch die Entnahmeeinheit.

Die Einzelteile müssen meist von verschiedenen Lieferanten bezogen werden (z. B. Baumaterial von Fachhandel, Schnecke von Kesselproduzent, Montage bei Handwerker).

Montage

Kann vom Kunden leicht selbst durchgeführt werden. Für ein Sacksilo benötigen zwei Leute ca. zwei Stunden.

Aufwendige Montage, die bis zu zwei Tage dauern kann. Je nach handwerklichem Geschick ist ein Zimmermann notwendig.

Befüllung

Einfache Befüllung. Keine Zwangsabsaugung notwendig, wenn am Aufstellungsort eine Abluftöffnung vorhanden ist.

Um Überdruck beim Einblasen der Pellets zu vermeiden, muss eine Zwangsabsaugung durchgeführt werden.

Belüftung

Fertiglager aus Gewebe benötigen keine zusätzliche Belüftung, da diese aus atmungsaktiven Materialen bestehen und so den Luftaustausch gewährleisten.

Die Enden der Kupplungsrohre sind mit speziellen Deckeln zu verschließen, die einen Luftaustausch zwischen dem Lagerraum und der Umgebungsluft zulassen. Die Deckel sollen Emissionen und Geruchsbeeinträchtigungen durch Pellets verhindert.

Türen / Luken

Keine aufwendigen Zusatzarbeiten notwendig.

Türen und Einstiegsluken sind staubdicht auszuführen, um ein Eindringen von Staub in andere Räume zu verhindern.

Türen bzw. Luken zum Pelletlager müssen gegen den Druck der Pellets geschützt werden.

Elektroinstallationen / Rohrleitungen

Raumeinbauten wie Abflussrohre, Deckenhaken, Wasserrohre etc. müssen vor dem Aufstellen des A.B.S.-Silos entfernt werden, sofern diese störend auf die Montage wirken.

Über dem Pelletsilo dürfen sich keine Lampen, Leitungen, scharfe, heiße oder feuchte Anliegeflächen befinden.

Alle Fugen und Anschlüsse sind sorgfältig abzudichten. Querungen von Versorgungsleitungen oder Lüftungsschächte durch den Lagerraum sollten vermieden werden. Im Pelletlagerraum selbst dürfen sich keine Elektroinstallationen wie Lichtschalter, Steckdosen, Lichtlampen oder Verteilerdosen befinden. Nicht zu entfernende Rohrleitungen oder Abflussrohre sind strömungs- und bruchsicher zu verkleiden.

Beleuchtungskörper sind nur mit Explosionsschutzausstattung im Lagerraum zulässig.

Füllstandskontrolle

Der Füllstand ist durch das Gewebe von außen oder durch die Revisionsöffnung gut sichtbar. Es kann aber auch ein Füllstandsmessgerät angebracht werden.

Eine optische Füllstandskontrolle wird empfohlen. Um den Füllstand des Lagerraumes kontrollieren zu können, müssen mit Plexiglas geschützte Sichtfenster in die Holzbretter eingebracht werden.

Sackware

Um bei Bedarf Sackware einzufüllen oder auch Reinigungsarbeiten durchführen zu können sind A.B.S.-Silos serienmäßig mit einem Handbefüllstutzen ausgestattet.

Das Einbringen von Sackware kann aufwendig und umständlich sein.

Reinigung / Wartung

Um eine optimale Funktion des Kessels und Entnahmesystem zu erreichen, soll jedes Pelletlager – je nach Pelletverbrauch und -qualität – regelmäßig entleert werden.


 

Die Wartung/Reinigung kann selbst durchgeführt werden. Die Entnahmeeinheit ist jederzeit zugänglich und kann somit einfach entfernt werden. Der Feinanteil kann dann z. B. durch Abklopfen des Silosackes entsorgt werden.

Die Entleerung ist hier – je nach Restmengenanteil – schwieriger. Zum Säubern muss das Lager betreten werden – bitte beachten Sie unbedingt die Sicherheitsratschläge des DEPV.

Manche Pelletlieferanten bieten aber auch einen Reinigungsservice an.

Kosten

Industrielle Lagersysteme werden als Komplettsystem geliefert und können sogar selbst montiert werden.

Die Kosten für Entnahmeeinheit, Material, Handwerker (Zimmermann) und Statikberechnungen können stark variieren.

Quelle: DEPV / DEPI - Empfehlung zur Lagerung von Holzpellet – Stand 02/2011, 5. Fertiglager

Grafik: Ursachen von Betriebsstörungen

Grafik: Ursachen Betriebsstörungen

Quelle: Pelletsmagazin Ausgabe 06/2011

Erneuerbare Energien - Ausgabe Dezember 2011

Die Fachzeitschrift Erneuerbare Energien - Das Magazin berichtete in der Ausgabe Dezember 2011 über Probleme beim Einbau von Pellet-Selbstbaulagern:

Erneuerbare Energien - Ausgabe Dezember 2011 1.80 Mb