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Pellet-Lexikon
Wörterbuch über Holzpellets

Quelle: DEPI

A

Abrieb

Der Abrieb entsteht durch mechanische Einwirkungen bei der Lagerung, dem Transport und dem Einblasen von Pellets. Zur Ermittlung des Abriebs werden die Sticks in eine kleine Trommel gegeben. Nach mehreren Umdrehungen der Trommel wird der Feinanteil prozentual gemessen und als Abriebwert bezeichnet. Dieser sagt nur etwas über die Festigkeit, jedoch nicht über den Feinanteil der Pellets aus.

Bei der neuen ENplus-Zertifizierung wurde der Abriebwert durch die mechanische Festigkeit ersetzt. Hierbei gibt man nicht mehr den Feinanteil an, sondern den Anteil der ganz gebliebenen Pellets. Demnach müssen Pellets eine mechanische Festigkeit von 97,5 % aufweisen. Je geringer der Abrieb bzw. je höher die mechanische Festigkeit, desto weniger störungsanfällig ist die Heizungsanlage.

Aufstellort

Der Aufstellort für den Pelletkessel als Zentralheizung ist in der Regel ein Kellerraum. Ein Pelletlager in nächster Nähe zum Kessel sorgt für kurze Transportwege. Übrigens: Pelletkaminöfen eignen sich zur Beheizung einzelner Wohnräume. Diese werden im jeweiligen Raum aufgestellt.

B

BAFA

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Zu ihren Aufgaben gehört die Gewährleistung einer ökonomisch und ökologisch ausgewogenen sowie langfristig sicheren Energieversorgung für eine gesunde Volkswirtschaft. Daher fördert das BAFA im Energiesektor Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Marktanreizprogramm.

Biomasse

Im Energiesektor wird unter Biomasse der Stoff verstanden, der zur Gewinnung von Bioenergie benötigt wird. Alle durch Pflanzen, Tiere und Menschen produzierten organischen Erzeugnisse, die im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor zur Energiegewinnung eingesetzt werden können, werden zur Biomasse gezählt. So werden beispielsweise Holzpellets aus Biomasse (Holz) gepresst und anschließend zur Wärmegewinnung verwendet. Rein physikalisch gesehen kann Biomasse mit chemisch gebundener Sonnenenergie gleichgesetzt werden.

Brandschutz

Die meisten Heizkessel unterliegen Vorgaben des Brandschutzes. Bei Pelletkesseln und Lagerräumen mit einem Fassungsvermögen von bis zu 6,5 Tonnen müssen jedoch keine besonderen Bestimmungen eingehalten werden. Hingegen gelten Brandschutzauflagen für den Heizraum mit Kesseln kleiner als 50 kW sowie Lagerräumen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 6,5 Tonnen. Detaillierte Informationen erhalten Sie in der DEPV-Lagerraumbroschüre.

Brennstoff

Holzpellets sind ein genormter Brennstoff. Ihr Durchmesser beträgt im Idealfall sechs Millimeter, die Länge liegt zwischen vier bis 40 Millimetern und der Wassergehalt unter zehn Prozent. Holzpellets werden aus Sägespänen hergestellt, einem Nebenprodukt der Säge- und Hobelindustrie. In Deutschland gibt die EN 14961-2 die Anforderungen an Presslinge aus naturbelassenem Holz vor. Für deren Einhaltung sorgt das neue Zertifikat ENplus.

Brennwert

Der Brennwert ist die Energie, die bei einer vollständigen Verbrennung abgegeben wird, plus die durch Kondensation des entstandenen Wasserdampfes freiwerdende Energie. Der Brennwert beinhaltet demnach den Heizwert und die sogenannte Kondensationswärme. Daher kann der Brennwert mehr als 100 Prozent betragen und wird auch als „oberer Heizwert“ bezeichnet. Der Brennwert von Pellets beträgt rund fünf kWh/kg.

Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV)

Die erste Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) legt die Emissionsgrenzwerte für den Betrieb kleiner und mittelgroßer Heizungsanlagen fest. Am 22. März 2010 ist die Novellierung der 1. BImschV in Kraft getreten. Diese schreibt noch strengere Grenzwerte für Kleinfeuerungsanlagen vor. Moderne Pelletfeuerungen erfüllen auch die neuen Anforderungen problemlos.

C

CO2-Bilanz

Das Heizen mit Holzpellets ist CO2-neutral. Die Verbrennung von Pellets setzt genau die gleiche Menge CO2 frei, die das wachsende Holz zuvor der Luft entzogen hat. Heizen mit Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung schließt also den CO2-Kreislauf.

CO2-neutral

Der Begriff CO2-neutral bezeichnet Prozesse, bei denen das aktuelle globale CO2-Gleichgewicht nicht verändert wird. Aus Pflanzen gewonnene, nicht-fossile Brennstoffe wie Ethanol, Rapsöl und Holz erfüllen dieses Kriterium bei nachhaltiger Erzeugung, denn sie geben bei der Verbrennung nur das Kohlendioxid ab, das sie während des Wachstums aufgenommen haben.

D

DEPV

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) ist der Verband der Holzpelletbranche und wurde im Jahr 2001 in Berlin gegründet. Im September 2009 dehnte der Verband seinen Kompetenzbereich auf weitere Energiehölzer aus und änderte seinen Namen in Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. Von Berlin aus pflegt der DEPV Kontakte zur Politik und zur Branche der erneuerbaren Energien. Ziel ist das stetige Wachstum der Holzpelletbranche.

E

EEWärmeG

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ist ein deutsches Bundesgesetz, das seit dem 1. Januar 2009 den Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmesektor vorantreibt. Es dient dem Schutz der Umwelt und soll dazu beitragen, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern. Spätestens im Jahr 2020 müssen laut Gesetz 14 Prozent der Wärme in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen. Das Gesetz hat drei Säulen:

  • Nutzungspflicht: Eigentümer von Gebäuden, die neu gebaut werden, müssen erneuerbare Energien wie Holzpellets für ihre Wärmeversorgung nutzen
  • Förderung: Die Nutzung erneuerbarer Energien wird finanziell gefördert. Das Marktanreizprogramm stellt bis zu 500 Mio. Euro pro Jahr bereit.
  • Wärmenetze: Das Gesetz erleichtert den Ausbau von Wärmenetzen. Es sieht vor, dass Kommunen auch im Interesse des Klimaschutzes den Anschluss und die Nutzung eines solchen Netzes vorschreiben können.
Einblaspauschale

Bei der Lieferung von Holzpellets erheben viele Pellethändler eine sogenannte Einblaspauschale. Das ist ein Aufschlag, der einmal pro Abladestelle erhoben wird und die Kosten für die Dienstleistung am Lager deckt. Der Service beinhaltet unter anderem die Begutachtung und Prüfung des Lagers vor dem Befüllen, den Schlauchauf- bzw. -abbau, die Anbringung der Staubabsaugung, die Überwachung des Befüllvorgangs sowie das Erstellen des Lieferprotokolls und der Lieferpapiere. Einige Pellethändler berechnen keine gesonderte Einblaspauschale, wenn diese Kosten bereits im Pelletpreis inbegriffen sind.

Energiebedarf

Der Energiebedarf ist der rechnerisch aus den technischen Eigenschaften des Gebäudes und der Heizungsanlage ermittelte Bedarf an Energie eines Gebäudes, die für Heizung und Warmwasserbereitung benötigt wird. Der Energiebedarf kann entweder als Endenergiebedarf oder als Primärenergiebedarf angegeben werden, je nachdem ob nur die im Gebäude selbst benötigten Endenergieträger oder auch alle Energieverluste mitgerechnet werden sollen, die bei der Erzeugung dieser Endenergieträger anfallen.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein Teil des deutschen Baurechts. Sie schreibt bautechnische Standardanforderungen zum effizienten Einsatz von Energie in Gebäuden und bei Bauprojekten vor – v.a. für Neubauten, zum Teil aber auch für die Sanierung von Bestandsgebäuden – und gilt für Wohn-, Büro- und bestimmte Betriebsgebäude. Die Hauptanforderungsgröße für Neubauten ist der Primärenergiebedarf. Grundlage der EnEV ist das Energieeinsparungsgesetz (EnEG). Die erste EnEV löste am 1. Februar 2002 die Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) ab. Seit dem 1. Mai 2014 gilt die aktuelle EnEV 2014.

ENplus

ENplus ist ein Zertifikat mit höchsten Ansprüchen für Holzbrennstoffe. Das Zertifizierungssystem setzt nicht nur die EU-Norm um, sondern ermöglicht durch eine lückenlose Kontrolle der Bereitstellungskette eine umfassende Transparenz. Dabei stehen der Verbraucherschutz und die Qualitätssicherung an vorderster Stelle. Nur so kann ein reibungsloser Heizungsbetrieb gewährleistet werden.

Das ENplus-Siegel zertifiziert derzeit Holzpellets und Holzbriketts. Unter www.enplus-pellets.de bzw. www.enplus-briketts.de sind umfangreiche Informationen und Kontaktdaten aller zertifizierten ENplus-Händler verfügbar.

F

Feinanteil

Als Feinanteile von Holzpellets werden Partikel bezeichnet, die kleiner als 3,15 Millimeter sind. Viele kleine Teile wirken sich ungünstig auf die Verbrennung aus und sind in den meisten Fällen die Ursache für Störungen der Heizungsanlage. Zudem entsteht durch einen hohen Feinanteil mehr Asche. Eine niedrige Bruchfestigkeit von Holzpellets kann beim Handling, etwa beim Einblasen der Pellets in den Lagerraum, zu vermehrtem Feinanteil führen. Daher ist die Festigkeit der Pellets ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Ein Maß hierfür ist der Abrieb, der im Rahmen des neuen Zertifikats ENplus mit dem Wert der mechanischen Festigkeit untersucht wird.

Feinstaub

Feinstaub besteht aus kleinsten Schwebstoffen in der Luft. Dazu zählen alle festen und flüssigen Teilchen, die so klein sind, dass sie nicht sofort zu Boden sinken. Diese feinen Partikel werden von den Schleimhäuten im Nasen/Rachenraum bzw. den Härchen im Nasenbereich nur bedingt zurückgehalten und können deshalb gesundheitsgefährdend sein. Unterschieden werden von Menschen verursachte Feinstaubquellen wie Kraftwerke, Heizanlagen oder Straßenverkehr und natürliche Quellen wie z.B. Vulkane, Meere, Verwitterung von Gesteinen, aber auch Pollen und Mikroorganismen.

Die 1. BImschV regelt die Feinstaubemissionen von Heizungsanlagen durch sehr strenge Grenzwerte. Die Emissionen von Pelletheizungen liegen aufgrund des trockenen und homogenisierten Brennstoff heute schon weit unter den Grenzwerten. Pelletheizungen tragen somit nicht zur Feinstaubproblematik bei.

Hintergrundinfo: Die Definition für Feinstaub geht zurück auf den im Jahr 1987 eingeführten „National Air Quality“-Standard for Particulate Matter (PM-Standard) der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency). Wissenschaftlich wird Feinstaub als PM 10 bezeichnet und umfasst die Masse aller im Gesamtstaub enthaltenen Partikel, die kleiner sind als 10 Mikrometer = 10 Tausendstel Millimeter. Diese Kategorisierung stellt eine grundlegende Veränderung in der Bewertung von Immissionen dar: Während zuvor die Gesamtimmission betrachtet wurde, liegt der Fokus nun auf dem einatembaren Anteil.

Fernwärme

Als Fernwärme wird die gelieferte Wärme zur Versorgung von Gebäuden mit Heizung und Warmwasser bezeichnet. Sie ist somit ein Endenergieträger. Der Transport der Fernwärme erfolgt in einem Rohrsystem, das überwiegend erdverlegt ist, teilweise werden jedoch auch Freileitungen verwendet. Dabei treten sowohl bei der Erzeugung der Fernwärme im Heizwerk oder im Heizkraftwerk z.B. aus fossilen Primärenergieträgern wie Kohle oder Erdgas als auch bei der Speicherung und beim Transport zu den Verbrauchern Energieverluste auf, die neben den Investitionen in die Leitungen dazu führen, dass Fernwärme teurer ist als die Endenergieträger Erdgas, Heizöl oder Pellets.

Förderschnecke

Um Pellets aus dem Lagerraum in einen Kessel oder Ofen zu transportieren, ist der Einsatz einer Förderschnecke die gängigste Form der Austragunssysteme. Dabei dreht sich in einem Rohr eine Wendel („Schnecke“), welche die Pellets kontinuierlich aus dem Lager in Richtung Kessel transportiert. Dieses Modell nennt sich Schnecke mit Seele. Wird auf die Wendel verzichtet, bezeichnet man das Fördersystem als seelenlos. In diesem Fall wird die stabilisierende Wirkung der starren Welle durch Profile erzielt, die in die Spirale eingearbeitet sind. Für Schneckensysteme ist der Einsatz von qualitativ hochwertigen Holzpellets mit geringem Feinanteil besonders wichtig, da Kleinteile die Förderschnecke verstopfen. Wichtig: Förderschnecken eignen sich nur für Lagerräume, die unmittelbar neben der Heizung liegen. Eine andere Möglichkeit zur Beförderung von Pellets ist die Saugaustragung.

Förderung

Als Beitrag zum Klimaschutz wird das Heizen mit Pellets vom Staat finanziell bezuschusst. Über das Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien (MAP) wird ein Betrag von 2.400 Euro für einen Austausch der vorhandenen Heizung gegen eine Pelletheizung garantiert. Wasserführende Pelletkaminöfen werden mit 1.400 Euro bezuschusst. Zusätzlich gibt es je nach Bundesland weitere Programme. Das DEPI informiert in seiner Förderfibel über die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten.

G

Gemeinden

Immer mehr Gemeinden und Kommunen setzen bei Sanierungen oder Neubauten Pelletheizungen ein. Denn Holzpellets und andere erneuerbare Energieträger helfen ihnen, ihre CO2-Bilanz zu verbessern. Zudem wird die damit einhergehende Kostenersparnis gerade für kleinere Gemeinden immer wichtiger: Derzeit bringt die Umstellung eines Gebäudes mit einem Heizölbedarf von 30.000 Litern auf Pellets eine jährliche Einsparung von über 20.000 Euro. Die Investitionen für große Pelletanlagen amortisieren sich nach etwa fünf bis acht Jahren.

Großanlagen

Als Großanlagen werden Heizungen mit einer Nennwärmeleistung von über 50 Kilowatt bezeichnet. Diese kommen beispielsweise in kommunalen Gebäuden, wie Schwimmbädern, Schulen, Kindergärten oder Produktionsunternehmen zum Einsatz, in denen neben Raumwärme auch ein hoher Bedarf an Prozesswärme besteht. Pellets eignen sich für den Betrieb von Großanlagen sehr gut, denn sie sind einfach zu handhaben und haben ein geringes Lagervolumen. Zurzeit stehen in Deutschland schätzungsweise 5.000 Großanlagen. Europas größte Pelletanlage befindet sich in einem Pharmaunternehmen und wurde im Herbst 2009 in Baden-Württemberg eingeweiht.

H

Heizkosten

Unter den Heizkosten werden in der Regel diejenigen Kosten verstanden, die für die gelieferte Wärme oder die für die Heizung und die Bereitstellung von Warmwasser eingesetzten Brennstoffe anfallen. Genau diese Kosten werden auch in der Heizkostenabrechnung einer Mietwohnung als Heizkosten abgerechnet. Nicht unter die Heizkosten fallen dabei die Kosten für die Investition in die Heizung (sind bei Mietwohnungen Teil der Miete) und Betriebskosten (Wartung, Reparatur, Schornsteinfeger), die bei Mietwohnungen in der Regel als Teil der Mietnebenkosten abgerechnet werden. Die Heizkosten beruhen demnach in der Regel nicht auf einer Vollkostenrechnung für die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser, sondern enthalten nur den Kostenanteil für den Endenergieträger.

Heizraum

Der Heizraum bezeichnet den Raum, in dem der Heizkessel (siehe Kessel) steht. Dieser sollte sich möglichst direkt an der Gebäudeaußenwand befinden, um die erforderliche Belüftung zu gewährleisten. Bei einem innenliegenden Heizraum muss ein Lüftungsrohr bis an die Außenmauer geführt werden. Darüber hinaus sollte der Standort der Heizung trocken und frostsicher sein. Ein Wasserhahn für die Nachspeisung von Heizungswasser ist außerdem nötig. Sicherheitshalber sollten Rauchmelder und Feuerlöscher in der Nähe sein. Außerhalb des Raumes muss ein Heizungsnotschalter installiert werden, um im Ernstfall die Anlage von außen abschalten zu können. Wichtig: Für Heizräume mit einer Kesselleistung größer 50 Kilowatt gelten besondere Brandschutzbestimmungen.

I

Industriepellets

Im Gegensatz zu zertifizierten Pellets für den Hausbrand haben Industriepellets meist einen größeren Durchmesser. Da für diese Sorte Pellets nicht so strenge Qualitätskriterien gelten, weisen sie einen höheren Aschegehalt auf. Denn für die Herstellung von Industriepellets dürfen auch Rindenanteile verwendet werden. Ein Einsatz in privaten Kleinfeuerungsanlagen ist daher nicht zu empfehlen. Das neue Zertifizierungssystem ENplus für Holzpellets führt mit EN-B erstmals eine Brennstoffdefinition für Großanlagen ein und sorgt auch dort für eine saubere Verbrennung.

K

Kessel

Kessel sind Heizgeräte, in denen durch die Verbrennung von Holzpellets Wasser erwärmt wird. Dieses Warmwasser kann dem Heizkreislauf zugeführt oder für den täglichen Bedarf verwendet werden.

KfW-Förderung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt zinsgünstige Darlehen für die Nutzung erneuerbarerer Energien wie Holzpellets. Dabei werden bis zu 100 Prozent der kompletten Kosten gefördert und die Laufzeit des Kredits kann bis zu 30 Jahre betragen. Die KfW bietet Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren mit verschiedenen Maßnahmenpaketen an. Um die Förderung zu erhalten, müssen alle in einem Paket geforderten Auflagen durchgeführt worden sein. Über das Marktanreizprogramm der Bundesregierung gibt es zudem einen Zuschuss in Höhe von mindestens 2.000 Euro für den Tausch einer alten Heizanlage mit einem neuen Pelletkessel. Das Deutsche Pelletinstitut hat sämtliche Finanzierungsmöglichkeiten in der Förderfibel zusammengestellt.

Kleinfeuerungsanlagen

Kleinfeuerungsanlagen sind Kessel oder Öfen mit einer Leistung bis zu 15 Kilowatt. Sie werden meist im Ein- und Zweifamilienhaus eingebaut. Mittlerweile sind in Deutschland 125.000 Pelletkessel in diesem Leistungsbereich in Betrieb.

L

Lagerraum

Der Lagerraum ist bei einer Pelletheizanlage besonders wichtig. Er muss eine stetige und reibungslose Förderung der Pellets durch ein Austragungssystem gewährleisten. Für die Lagerung von Pellets gibt es verschiedene Möglichkeiten: Einen Kellerraum mit Schrägböden, konisch angeordnete Erdtanks oder Sacksilos.

Leistungsbereich

Die richtig dimensionierte Heizleistung ist wichtig für die Wirtschaftlichkeit einer Heizungsanlage. Deshalb sollte der Leistungsbereich des Heizkessels so bemessen sein, dass dieser am kältesten Tag des Jahres sein Leistungsmaximum erreicht. An milderen Tagen wird dann entsprechend weniger Wärme erzeugt. Als Faustregel für die richtige Heizkessel-Leistung sollten im Gebäudebestand mit mäßiger Dämmung circa 100 bis 130 Watt pro m ² Wohnfläche angesetzt werden. Bei Neubauten nach Energie-Einsparverordnung 2009 ergibt sich für Einfamilienhäuser ein geringerer Wärmebedarf. Zumeist werden hier Kessel oder Öfen mit weniger als zehn Kilowatt benötigt. Bei der Dimensionierung des Kessels muss insbesondere bei Häusern mit sehr geringem Wärmebedarf die für die Brauchwassererwärmung erforderliche Leistung gesondert berücksichtigt werden. In der Praxis hat sich daher bei Neubauten eine Heizkessel-Leistung von circa 15 Kilowatt bewährt.

Lieferung

Die Lieferung loser Pellets erfolgt ähnlich wie bei einer Ölheizung mit einem speziellen Silofahrzeug. Über einen Befüllschlauch werden die Pellets staubarm und sauber in den Lagerraum eingeblasen. Im Durchschnitt reichen drei bis fünf Tonnen aus, um ein Einfamilienhaus ein Jahr lang zu beheizen. Besonders im Winter sollte der Liefertermin rechtzeitig im Voraus mit dem Händler vereinbart werden. Das neue Zertifikat ENplus für Holzpellets kontrolliert erstmals die gesamte Lieferkette und gewährleistet so die einwandfreie Qualität der Pellets bis zur Anlieferung beim Kunden.

Lose Pellets

Die Anlieferung loser Pellets erfolgt mit speziell dafür konzipierten Silofahrzeugen. Die Holzsticks werden mit Luftdruck über einen Einblasstutzen in das Pelletlager eingeblasen. Gleichzeitig wird am Absaugstutzen Luft abgesaugt, um die Druckbelastung beim Einblasen zu minimieren. Diese Befüllungstechnik ermöglicht es, in kurzer Zeit eine große Menge Pellets in das Lager zu befördern. Jedoch sollte auf ein schonendes Einblasen geachtet werden, um die Pelletqualität nicht zu gefährden. Die neue ENplus-Zertifizierung stellt auch Anforderungen an den Pellethandel, um eine sachgemäße Lieferung zu gewährleisten.

M

Marktanreizprogramm

Mit ihrem Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien (MAP) unterstützt die Bundesregierung den Einbau von Holzpelletheizungen. Das MAP stellt Förderbeträge in unterschiedlicher Höhe sowie zinsvergünstigte Darlehen für die Installation von Holzpelletheizungen im Neu- und Bestandsbau zur Verfügung.

Mischpellets

Mischpellets sind Pellets aus mehreren Materialien. Beispielsweise werden Rohstoffe wie Stroh oder Rapskuchen zu deren Herstellung verwendet. Mischpellets haben mit Pellets für den Hausgebrauch nichts gemein und eignen sich nicht für die Verbrennung im Holzpelletkessel. Aufgrund der verschiedenen Rohstoffe besteht die Problematik bei Mischpellets darin, ein schadstoffarmes Verbrennen nach der 1. BImSchV zu gewährleisten.

N

Nahwärme

Nahwärme ist eine Form der Fernwärme, bei der einzelne Gebäude, Gebäudeteile oder kleiner Wohnsiedlungen mit eigener Wärmeerzeugung erschlossen werden. Technisch und juristisch ist auch sie Fernwärme.

Niedrigenergiehaus

Ein Niedrigenergiehaus gewährleistet durch seine Bauweise einen geringen Energieverbrauch im Alltag. Die Niedrigenergiebauweise wird vom Staat in Form vergünstigter Baukredite gefördert. Gegenüber herkömmlichen Häusern weisen Niedrigenergiehäuser einen mindestens 30 Prozent geringeren Transmissionswärmeverlust auf – die unerwünschte Ableitung von Wärme über Wände, Fenster und Decken. Der Bedarf an Primärenergie muss mindestens ein Fünftel niedriger sein als bei üblicher Bauweise. Darüber hinaus verfügt jedes Niedrigenergiehaus über eine spezielle Be- und Entlüftungsanlage. Aufgrund des geringeren Wärmebedarfs sind Pelletkaminöfen mit ihrem kleinen Leistungsspektrum (unter 8 kW) ideal für diese Häuser geeignet und stellen eine finanziell attraktive Heizvariante dar.

Nutzenergie

Auch beim Endverbraucher erfolgt bei der Verwendung von Endenergieträgern noch vielfach eine Energieumwandlung zur Bereitstellung einer Energiedienstleistung. So werden zum Beispiel Brennstoffe in Wärme und Strom in Licht umgewandelt.

P

Pelletkaminofen

Pelletkaminöfen dienen hauptsächlich der Beheizung einzelner Räume und stehen wie klassiche Scheitholzkamine im Wohnbereich des Hauses. Ihre Leistung beträgt bis zu elf Kilowatt. Dank eines eleganten Designs machen die Öfen auch eine gute Figur und sind ein echter Hingucker. Unterschieden wird zwischen luftgeführten und wasserführenden Pelletöfen. Letztere haben den Vorteil, dass sie sich mit einem Pufferspeicher auch in ein Heizsystem mit Solarkollektoren einbinden lassen.

Pelletmarkt

Der deutsche Pelletmarkt setzt sich aus ca. 60 Pelletproduzenten, die 70 Werke betreiben, sowie rund 700 Händlern zusammen. Diese hohe Konkurrenz führt zu einer den Marktgesetzen folgenden funktionierenden Preisbildung. Durch die klein- bis mittelständischen Betriebe in der Region kommt es zu einer hohen Markttransparenz. Die Vielzahl an Produzenten und Lieferanten ermöglicht zudem den regionalen Ein- und Verkauf des Brennstoffs. So unterstützt der Verbraucher beim Heizen mit Pellets Unternehmen in seinem näheren Umfeld und schafft Arbeitsplätze in seiner Region. Weitere Informationen finden sie hier.

Prallschutzmatte

Die Prallschutzmatte sorgt im Lagerraum dafür, dass die Pellets während des Einblasprozesses bei der Lieferung und dem Aufprall auf die Wand nicht zerbrechen. Des Weiteren schützt sie auch die Wand selbst. Die Prallschutzmatte ist etwa 2 x 1,20 m groß und besteht aus einem abriebfesten und altersbeständigen Kunststoff mit einer Befestigungsmöglichkeit für die Deckenmontage und einer Abspannmöglichkeit nach unten. Sie wird gegenüber dem Befüllstutzen mit einem Abstand von mindestens 30 cm zur Wand angebracht.

Q

Qualität (Holzpellets) – noch für Silos erstellten

Die Qualität von Holzpellets ist entscheidend für die einwandfreie Funktion einer Pelletheizung und wird oft unterschätzt. Das Deutsche Pelletinstitut empfiehlt, für Kleinfeuerungsanlagen unter 50 kW nur zertifizierte Pellets zu nutzen. Zudem ist vor allem auf eine fachgerechte Lagerung und Verladung sowie einen schonenden Einblasvorgang zu achten.

Qualitätssicherung (Holzpellets) – noch für Silos erstellten

Die Qualitätssicherung von Pellets ist wichtig, da die Pelletqualität den Ausschlag für die einwandfreie Funktion der Heizung gibt. In Deutschland sichern Normen und Zertifikate die einwandfreie Qualität des Brennstoffs, dessen Merkmale stetig verbessert werden. Das neue Zertifikat ENplus gewährleistet erstmals durch die Überprüfung der gesamten Handelskette vom Pelletwerk bis ins Lager, dass die hochwertig produzierten Pellets auch im Lagerraum des Kunden noch die geltenden Qualitätsnormen erfüllen.

S

Sackware

Für den Einsatz von Pellets in Einzelöfen ist die Verwendung in Säcken üblich. Diese werden in Einheiten von 15 bis 25 Kilogramm angeboten. Der Verkauf erfolgt über Lagerhäuser und Baumärkte, wo der Kunde die Pellets selbst abholt. Die Zustellung der Sackware mittels Lkw ist auch möglich. Hier werden die Säcke auf Paletten in Einheiten bis zu 800 Kilogramm geliefert.

Saugsystem

Ein Saugsystem ist neben dem Schnecken- bzw. Fördersystem eins von zwei Austragungssystemen, das die Pellets aus dem Lagerraum in den Heizkessel befördert. Bei einer Saugaustragung bewegt sich der Kopf des Saugsystems an der Oberfläche des Pelletvorrats und sorgt für eine gleichmäßige Entnahme der Presslinge. Saugsysteme kommen bevorzugt zum Einsatz, wenn der Lagerort der Holzpellets weiter vom Kessel entfernt ist, denn sie ermöglichen eine Zuführung bis circa 25 Meter Entfernung und können etwa fünf Höhenmeter überbrücken.

Schüttdichte

Die Schüttdichte bezeichnet die Dichte eines schüttfähigen Brennstoffes aufgeschüttet in einem bestimmten Raum. Sie berücksichtigt die beim Schütten entstehenden Hohlräume zwischen dem jeweiligen Brennstoff. Bei Pellets ist die Schüttdichte sehr hoch: Sie liegt bei ca. 650 kg/m3, weshalb Pellets im Vergleich zu anderen Brennstoffen einen deutlich geringeren Lagerraumbedarf haben. Die Schüttdichte darf nicht mit der Rohdichte gleichgesetzt werden.

Z

Zentralheizung

Eine Zentralheizung sorgt für die Energieversorgung von Räumen oder Gebäuden aus einer Heizzentrale, die meist im Keller liegt. Sie ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich, das Grundprinzip ist jedoch immer gleich: Als Übertragungsmedium dient Wasser, das durch Rohrleitungen in die einzelnen Räume gelangt und dort über Heizkörper die Wärme an die Luft abgibt. Alle Pelletkessel sind Zentralheizungen, Pelletkaminöfen hingegen werden als Einzelraumfeuerstätte bezeichnet.

Zertifizierung (Holzpellets) – noch für Silos

Holzpellets sind ein genormter Brennstoff. In Deutschland müssen sich die Hersteller zurzeit nach der europäischen Norm EN 14961-2 richten. Darüber hinaus können Pellets Zertifikate erhalten, die ihre Qualität auszeichnen. Nicht selten erfüllen diese Pellets strengere Richtwerte. In Deutschland wird das Zertifikat ENplus an Holzpellets mit hoher Qualität vergeben.

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